Prüfungsangst

Unabhängig von Alter, Intelligenz und Bildung sind sehr viele Menschen von Prüfungsangst betroffen. Nicht nur, dass dies das Lernen erschwert sondern teils werden schulische oder berufliche Ziele dadurch nicht erreicht. Schon Wochen vor dem Test können Stresssymptome wie Essstörungen, Magen-Darm-Probleme und Herzrasen auftreten und während der Prüfung verhindern Denkblockaden das Antworten komplett. Beim Versagen in diesem Moment muss die Prüfung und ebenso diese unangenehme Situation aber wiederholt werden. Ein klassischer Teufelskreis.

Es ist aber nicht nur so, dass du aktiv etwas dagegen tun kannst, nein, selbst die Aufregung vor der Prüfung kannst du nutzen um besser in dieser Situation vorbereitet zu sein. Denn Aufregung kann positiv als eine Art Motor wirken zur Leistungssteigerung.Prüfungsangst

Ursachen von Prüfungsangst

Die Ursachen, die Prüfungsangst zugrunde liegen, können sehr unterschiedlich sein. Oft beginnt der erste Grundstein schon in der Kindheit. Von der ersten Klasse an heißt es sich beweisen müssen und zu zeigen, dass man besser ist als die Mitschüler und Mitschülerinnen. Erfolgreiche schulische und sportliche Leistungen werden durch die Eltern oder Großeltern honoriert, somit empfindet das Kind Wertlosigkeit, wenn es keine entsprechenden Ergebnisse nach Hause bringen kann. Wie selbstverständlich lernen die Kinder hier in der westlichen Welt sich selbst, jegliches Resultat und eigentlich „Alles“ inklusive Emotionen in Gut oder Schlecht einzuteilen und zu bewerten.

Im Erwachsenenalter setzen wir uns dann zwar selbst unsere Maßstäbe und Ziele, diese sind jedoch sehr geprägt von unserer Kindheit. Weiterhin wollen wir entsprechen und setzen unsere eigenen Erwartungen sehr hoch an – teils unerreichbar hoch. Auch so wird Prüfungsangst gefördert.

Angst vor Versagen entsteht, wenn befürchtet werden muss, dass das Ergebnis (wieder) nicht den Erwartungen entspricht. In der Prüfungssituation entstehen Denkblockaden. Ein sogenanntes „Black out“ lässt keinen klaren Gedanken mehr fassen. Das kann sogar soweit gehen, dass nicht einmal mehr der Sinn der Frage verstanden werden kann.

Symptome

„Normale“ Anspannung und Aufregung vor einer wichtigen Prüfung dürfen nicht mit echter Prüfungsangst verwechselt werden.

Die Anzeichen einer Prüfungsangst beginnen oft schon Wochen vor dem eigentlichen Ereignis und zeigen sich zum Beispiel durch Schlafstörungen, Essstörungen, Magen-Darm-Probleme, Herzrasen und Schweißausbrüche. Wesentliches Symptom ist, dass die Freizeit und das “normale Leben” davon eingeschränkt sind. Ebenso auffällig ist, wenn Prüfungen immer wieder verschoben werden – also ein Vermeidungsverhalten entsteht. Warst du vielleicht auch schonmal durch fleißiges Lernen optimal auf die kommenden Fragen vorbereitet, hast dann aber doch kurzfristig die Prüfung ausfallen lassen und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben weil sie dachtest, du wüsstest noch nicht genug?

Vielleicht ist bei dir aber auch schonmal eine Denkblockade während der Prüfung aufgetreten. Dabei war dir sicher bewusst, dass du diese Frage zu Hause ohne Stress leicht beantworten könntest. Aber durch das Black out war es dir unmöglich einen klaren Gedanke zu fassen. Das Gehirn scheint wie ausgeschalten und du warst zu keinem zielgerichteten denken mehr fähig.

Gegenstrategien

Um diesen Symptomen entgegenzuwirken ist es wichtig rechtzeitig vor der Prüfung mit Gegenstrategien zu beginnen. Diese helfen klarer und gezielter ans Lernen zu gehen und somit dann auch entspannter die Prüfung zu bewältigen.

  • Realistische Ziele setzen

Wie ich schon erwähnte sind oft massiv hoch gesteckte Ziele das Problem des Leistungsdrucks. Sicher ist eine Prüfung leichter zu meistern, wenn du auch mit einer 2 oder 3 zufrieden bist. So kannst du viel lockerer an die Fragen gehen, denn das Ziel mit einigen Fehlern zu bestehen ist leichter zu erreichen als immer eine ausgezeichnete Note zu erhalten.

  • Prüfungssituationen trainieren

Vielleicht hilft es dir, dass du dir zu Hause schon vorzustellst wie es wäre bestimmte Fragen vor dem Prüfer zu beantworten. Helfen können dabei zum Beispiel eine gute Freundin oder die Eltern. Denn vor allem mündliche Prüfungen kann man gut „nachspielen“.

  • Zeiteinteilung/Lerntechnik überdenken und adaptieren

Wenn die Prüfungsangst vor allem daher rührt, dass du zu spät begonnen hast zu lernen oder vielleicht einfach die falsche Strategie des Lernens angewannt hast, so lässt sich dies durch überdenken und gegebenenfalls adaptieren dieser Ursachen ändern.

Ein rechtzeitig erstellter Zeitplan kann helfen, dass wenige Tage vor Prüfungsbeginn dann kein Stress entsteht sondern bereits alles gelernt wurde und ab jetzt nur noch Wiederholen des Prüfungsstoffes nötig ist. Hier gehört auch dazu, dass du die Tag zum lernen nutzt. Die Abende jedoch für Freizeitgestaltung und Freunde frei hälst. Auch sind kurze Pausen zwischen den Lerneinheiten enorm wichtig um aufnahmefähig zu bleiben.

  • „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“

Sagte der Dichter Juvenal vor über 2000 Jahren. Gerade vor Prüfungen braucht der Körper viel Energie und es kann durchaus behilflich sein, sich insbesondere zu dieser Zeit gesund, vielseitig und ausreichend zu ernähren. Vor allem auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (in Form von ungesüßten Kräutertees und (Mineral)wasser) ist zu achten um den Kopf fit zu halten.

  • Positiv Denken

An körperlichen Symptomen, welche durch unsere Gedankenwelt ausgelöst sind erkennen wir, dass diese einen erheblichen Einfluss auf uns und unsere Leistungsfähigkeit haben. Somit empfehle ich dir, das Denken positiv zu gestalten. Statt: „Ohje, das wird morgen eine Katastrophe und der Prüfer mag mich bestimmt nicht!“ hilft es zu denken „Vielleicht werde ich nicht mit einer 1 bestehen, aber hauptsache ich komme durch.“ Oder statt: „Ich habe bestimmt nicht genug gelernt – ich falle hundertprozentig wieder durch!“ ist es besser zu denken „Ich bin gut vorbereitet und werde sicher zu jeder Frage etwas sagen können.“

“Tschakka du schafst es!” 🙂

  • Meditation, Entspannungstechniken, ätherische Öle und andere alternativmedizinische Methoden

Durch Meditation kannst du lernen deinen Geist zu setteln, auf dem Boden zu bleiben und nicht immer in der Gedankenwelt zu spinnen und dich dadurch verrückt zu machen. Dies kann dir in einer schwierigen Situation, egal ob Prüfung oder Streit mit dem Chef dann gut helfen bei dir zu bleiben und in einer wichtigen Situation nicht ein „Brett vor dem Kopf“ zu haben und keine Antwort mehr zu wissen. Gut und leicht in den Alltag einzubauen sind zum Beispiel Achtsamkeitsübungen.

Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung nach Jakobson sind schnell erlernbar und wenn nötig kannst du sie unauffällig und direkt einsetzen. Andere alternativmedizinische Methoden wie Craniosacrale Behandlungen, Shiatsu und Akupunktur können dich während deiner Lernphase ruhiger werden lassen und mehr zu dir führen. Dann spürst du besser, was du brauchst und was dir helfen kann diese Angst los zu werden.

Eine besondere Art der Lern- und Prüfungsunterstützung können ätherische Öle bieten. Hierbei entscheidet man sich vor der Lernphase für ein Öl. Empfohlen werden zum Beispiel Lavendel, Melisse, Muskatellersalbei, Rose, Ylang Ylang, Neroli oder eine Mischung von verschiedenen Düften. Während der Lernphase unterstütz der Duft den Lernende dann je nach Wirkung leichter aufmerksam zu bleiben, sich besser zu konzentrieren oder auch sich trotz des Lernaufwandes etwas zu entspannen. Das Wichtigste ist dann, dass zur Prüfung der Duft zum Beispiel mittels eines getränkten Taschentuchs bei der Prüfung dabei ist. Der Prüfling kann so gelegentlich daran schnuppern. Das Gehirn wird an die entspannte Lernsituation zu Hause erinnert und schon fällt es auch leichter die richtigen Antworten zu finden.

Prüfungsangst lässt uns Leistungsfähiger werden.

Fakt ist, dass Furcht und Angst uns Leistungsfähiger werden lässt und Lampenfieber somit ein guter Motor für Lernsteigerung ist. Sobald die Angst uns aber überwältigt fallen wir in eine Art (Denk)Starre. Da all die Gegenstrategien kaum von einem auf den anderen Tag wirken ist es wichtig damit rechtzeitig vor der nächsten Prüfung zu beginnen. Ich bin mit sicher, dass die Kombination von stabilsisierender Meditation, einem strukturierten Lernzeitplan sowie ätherischen Ölen während dem Lernen und in der Prüfungssituation die Angst mildern kann. So wirst du für deine kommenden Prüfungen nicht nur erstklassig vorbereitet sein sondern diese auch mit Bravur meistern.

Ich wünsche dir viel Erfolg! 🙂 Christine


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Ich biete Craniosacrale Biodynamik für alle Altersklassen an und unterstütze das gern mit tapen. Nebenbei blogge ich zu verschiedenen Gesundheitsthemen, beschäftige mich mit gesunder Ernährung und sportlichem Ausgleich.

2 Kommentare zu “Prüfungsangst
  1. Moritz sagt:

    Hallo,
    ich habe auch lange Zeit unter Prüfungsangst gelitten und alle Tricks, die man so findet, haben nicht funktioniert – auch hervorragende Vorbereitung hat nichts gebracht.
    Was mir letztlich geholfen hat, war Hypnose.
    In der Therapie stellte sich heraus, dass mein erstes Referat in der Grundschule Auslöser meiner Prüfungsangst war.
    Ich hatte dieses Erlebnis schon lange vergessen, aber unterbewusst war es der Grund für meine Prüfungsängste.
    Wir haben diese Situation dann einige Male durchgespielt bis aus Angst schließlich Mut wurde.
    Ich kann’s also wirklich jedem empfehlen, der mit den typischen Tipps nichts anfangen kann 🙂
    Liebe Grüße
    Moritz

    • Lieber Moritz,

      vielen Dank für den Tipp mit der Hypnose.
      Ich freue mich sehr für Dich, dass Du eine Möglichkeit gefunden hast Dich mit diesem alten Thema von Dir auseinander zu setzen und Du es so loslassen konntest.

      Alles Liebe weiterhin,
      Christine

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