Die eigenen Ressourcen entdecken

In meiner Craniosacral Praxis in Wien ist es üblich, dass ich meine Klientinnen und Klienten zu Beginn der Behandlung bitte einen guten Ort in ihrem/seinem Körper zu finden. Für viele ist das die ersten Male eine große Herausforderung und immer wieder werde ich gefragt für was das notwendig ist.

Ich bin davon überzeugt, dass es für jeden Menschen – nicht nur während einer Cranio-Behandlung oder einer Psychotherapiesitzung – wichtig ist, seine eigenen Ressourcen zu kennen. Das bedeutet nicht nur sich selbst besser zu kennen sondern auch sich wirklich sicher zu sein, wo Du Deinen Ort hast, an dem Du Dich wohl fühlst und von dem aus Du Kraft schöpfen kannst. Und wohin man sich zurückziehen kann, wenn es um einen herum gerade mal wieder sehr turbulent zu geht.

Egal ob im Innen oder im Außen… dazu gleich mehr:

Kraft tanken in den Bergen

Eigene Ressourcen – was ist das?

Das Wort Ressource leitet sich vom lateinischen „hervorquellen“ ab. Aus dem Französischen übersetzt bedeutet es auch „Quelle“ oder „Mittel“ und ist somit eine Grundlage, die notwendig ist um etwas anderes zu erschaffen. Eine Ressource kann grundsätzlich materiell oder immateriell sein und bedeutet für mich auch eine Art Reserve, auf die ich zurückgreifen kann. Eine Kraftquelle.

Welche Kraftquellen gibt es?

Jeder Mensch ist in seinen Empfindungen und in dem was ihm oder ihr gut tut verschieden, deshalb gibt es dementsprechend unterschiedliche Möglichkeiten für sich Kraft zu schöpfen. Grob lassen sie sich in INNERE und ÄUSSERE Ressourcen einteilen.

Äußere Ressourcen sind für viele Menschen leichter zu finden und zu definieren. Das könnte zum Beispiel sein: Freunde, ein geliebter Ort an dem Du schon warst, Aktivitäten, verschiedene Dinge, die Dein tägliches Leben begleiten, Musik,…

Mögliche Beispiele für Innere Kraftquellen können sein: Sicherheit fühlen, Wärme und Wohlbefinden im eigenen Körper spüren, die Qualitäten der Gefühle wahrzunehmen,…

Ist es nicht bereits eine wertvolle Ressource mal über all diese sehr positiven Dinge, Empfindungen und Gefühle nachzudenken? Diese wahrzunehmen, anzuerkennen und da-sein-zu-lassen finde ich sehr angenehm, deshalb habe ich hier eine kleine Übung für Dich:


Übung – Die eigenen Ressourcen finden

Was Du für diese kurze Übung brauchst: ein oder zwei Zettel, ein Stift und etwas Zeit für ein paar Minuten Ruhe.

Setze Dich bequem und aufrecht hin. Vielleicht an einen Tisch oder so, dass Du dann auf jedem Fall leicht schreiben kannst. Ziel ist es nun deine persönlichen inneren und äußeren Ressourcen wahrzunehmen, vielleicht kennenzulernen und eben aufzuschreiben.

Beginne mit den Externen indem Du zunächst ein paar tiefe Atemzüge nimmst um wirklich schön zur Ruhe zu kommen und stelle Dir dann folgende Fragen:

„Was gibt mir Kraft in meinem Leben?“

„Welche Plätze, Menschen, Dinge, Erinnerungen oder Aktivitäten geben mir ein gutes Gefühl?“

Nimm Dir für diese Frage wirklich etwas Zeit und lasse sie auf Dich wirken. Beginne erst nach einigen Minuten des Wahrnehmens mit dem notieren und lasse Dich auch gerne überraschen von Ideen und Möglichkeiten die auftauchen mit denen Du vielleicht nicht gleich gerechnet hättest.

Wenn Du das Gefühl hast, jetzt ist es Zeit zum zweiten Teil zu wechseln, dann nimm erneut ein paar tiefe Atemzüge. Um Dich mit Deinen inneren Ressourcen zu verbinden könntest Du Dir zum Beispiel folgende Fragen stellen:

„Was zeigt mir, dass es mir gut geht – jetzt gerade?“

„Welche Gefühle und Empfindungen kann ich spüren, die mich wissen lassen, dass es mir gut geht?“

„Wo kann ich diese positiven Empfindungen in meinem Körper wahrnehmen?“

Wenn Du merkst, dass die Antworten in deinem Kopf zu sprießen beginnen, dann starte mit dem Aufschreiben und oft kommen auch hier einige unvorhergesehene Möglichkeiten hervor.

Wie geht es Dir jetzt damit, eine Liste zu haben mit wertvollen Kraftquellen, die Dich in Deinem Leben unterstützen und Kraft spenden? Wenn Du magst, nimm Dir diese Liste gern immer wieder hervor. Wahrscheinlich würde sie nicht jeden Tag gleich aussehen, aber ich finde die Erinnerung daran kann helfen zu sehen, wie gut es mir geht. 🙂


Wann können Ressourcen unterstützen?

Vielleicht fragst Du Dich trotzdem noch, für was diese Ressourcen überhaupt notwendig sind. Bzw. was das überhaupt bringen soll, wenn man sich diesen bewusst wird und für was das notieren dieser sinnvoll ist…

Es ist so, dass – wenn manchmal auch tief in unserem Inneren vergraben – unsere Gesundheit immer da ist. Ebenso gibt es immer etwas, das uns Freude bereiten kann. Wenn ich es schaffe mich an das zu erinnern, was mir Freude bereitet, was mir gut tut und aus was ich Kraft schöpfen kann, so kann ich diese Kraft auch wieder leichter in meinen Alltag einbauen.

Oft sind wir uns diesen vielen positiven Gefühlen, wertvollen Menschen um uns herum und den Aktivitäten die wir gerne machen leider nicht bewusst. Wenn Du Dir aber immer wieder bewusst machst, was es da in Deinem Leben Schönes gibt, so wirst Du dieses wertvolle, wunderbare auch in weniger angenehmen Situation besser spüren können.

Eigene Ressourcen – während der Cranio Sacral Behandlung

Vor einer Craniobehandlung lasse ich meine Klienten und Klientinnen üblicherweise einen guten Ort in ihrem Körper finden. Dieser Ort muss selbstverständlich nicht immer an der gleichen Stelle sein. Er kann groß oder klein sein, vielleicht den Bauch oder Brustraum betreffen oder aber einen Fuß, die Handflächen oder nur den kleinen Finger einnehmen.

Das das Wahrnehmen einer starken Ressource – wie eben einem guten Ort im Körper – vor der Behandlung hat folgenden Sinn:

  • Wenn schwierige oder angstvolle Gefühle und Empfindungen auftauchen hilft ein sicherer Ort diese leichter zu überwinden.
  • Ein sogenannter „innerer Zeuge“ kann in unangenehmen Situationen das Geschehen mit etwas Distanz beobachten und das von diesem sicheren Ort aus.
  • Die Ressource bzw. der gute Ort im Körper kann helfen, Wahrnehmungen und Gedächtnisinhalte besser miteinander verknüpft zu spüren. So besteht nicht die Gefahr der Dissoziation. Dissoziation bedeutet, dass sich die Erinnerungen von der Wahrnehmung sehr weit unterscheiden und von dem Betroffenen nicht als „Eins“ gesehen wird.

Wenn ich als Praktizierende von Deinem guten Ort weiß, so kann ich Dir helfen, dass Du an diesen sicheren, stabilen Platz in Dir wieder hinfindest. Besonders wenn überwältigende Gefühle auftreten ist es oft schwierig sich an das Gute im Hier und Jetzt zu erinnern. Durch den guten Platz allerdings kann ich Dir helfen Deine Gedanken wieder zum Positiven zu lenken. Um dann eventuell von der Ferne aus – wenn das für Dich passt – nochmal Richtung unangenehme Gefühle zu blicken.

Das Meer ist eine große Ressource

Ressourcensuche für den Alltag

Auch im Alltag ist es sinnvoll sich seinen Ressourcen und dem Bewusstsein für Stabilität und Sicherheit gewahr zu sein. Deshalb empfehle ich Dir mal eine regelmäßige Ressourcen-such-Praxis auszuprobieren. 🙂

Mache Dir dafür mindestens einmal am Tag (vielleicht gleich in der Früh) bewusst was Dir heute besonders gut tut. Was Dir ein besonders gutes Gefühl gibt. Wer oder was Dich wertschätzt, wer oder was Dir das Gefühl gibt geliebt zu sein, welche Empfindungen damit in Deinem Körper einhergehen und vielleicht auch ob es einen Ort in deinem Körper gibt, der sich besonders gut anfühlt. Spüre auch hinein, was sich dabei so wunderbar anfühlt.

Und vielleicht schaffst Du es auch mehrmals im Laufe des Tages nachzuspüren, ob die etablierte Ressource vom Vormittag immernoch da ist. Ob sie sich verändert hat oder ob vielleicht eine andere jetzt mehr in den Vordergrund gerückt ist.

Wie geht es Dir mit Deiner Ressourcensuche? Hast Du meine Übung ausprobiert?

Ich freue mich, wenn Du mich wissen lässt, ob diese Übung für Dich angenehm und hilfreich ist. Vielleicht als Kommentar hier drunter oder gern auch über das Kontaktformular.

Alles Liebe, Christine


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Ich biete Craniosacrale Biodynamik für alle Altersklassen an und unterstütze das gern mit tapen. Nebenbei blogge ich zu verschiedenen Gesundheitsthemen, beschäftige mich mit gesunder Ernährung und sportlichem Ausgleich.

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